FAQ-Was ist bei der Verwendung von Schwindrohren zu beachten?

Das Ziel der Anordnung von Sollrißfugen ist die gezielte Führung eines Schwindrisses an einer dafür vorgesehen „unschädlichen“ Stelle.  Mit einem sog.  Dichtrohr wird der Riß gewissermassen provoziert und der Bauteilquerschnitt mit zusätzlich an der Schalung angeordneten Dreikantleisten geschwächt.

Der  sich einstellende Riß wird durch die fugenbandtypischen Sperranker des „Dichtrohres“ nach dem Prinzip der Vergrößerung des Wasserumlaufweges abgedichtet.

Die Abstände für die Anordnung von Schwindfugen können für Bauwerke ohne spezielle  statische Beanspruchung mit zwei-  bis vierfacher Wandhöhe ( 2-4 WH )angenommen werden.

Um die gewünschte Querschnittschwächung zu erzielen, gibt es Schwindrohre in unterschiedlichen Durchmessern:

Schwindrohr Q 1 oder SR 9 für Betonquerschnitte von 24 – 35 cm

Schwindrohr Q 2 oder SR 18 für Betonquerschnitte von 35 - 50 cm

Schwindrohr DR 6 für Betonquerschnitte von 17 - 24 cm, speziell für Dreifachwände.

Schwindrohre werden geschoßhoch zwischen den Decken angeordnet und mit einem umlaufenden Dichtungsband in der Anschlußfuge Sohle/Wand zu einem vollständigen Abdichtungssystem kombiniert.

Um die Funktionsfähigkeit des Abdichtungssystems zu gewährleisten, müssen folgende Einbaugrundsätze zwingend beachtet werden:

Das Entscheidende zuerst: Das stabilisierende Kunststoff-Innenrohr wird nicht gezogen und die Schwindrohre werden in der Regel ausbetoniert.

Dazu darf das  Schwindrohr jedoch nicht auf der Sohle aufstehen, da ein Aufsteigen des Verfüllbetons in das Schwindrohr damit unmöglich wäre.

Daher lautet die Einbauvorschrift:

Fußpunkt des Schwindrohres so tief einschlitzen, dass es auf das umlaufende Kombiarbeitsfugenband KAB aufgesteckt werden kann und ein Abstand zur OK Sohle von ca. 5 cm verbleibt. Damit ist der Fußpunkt des Schwindrohres fixiert und bei der anschließenden Wandbetonage kann sich vom Fußpunkt aus eine Betonplombe in das Schwindrohr drücken. Auf diese Weise gelingt das hohlraumfreie Ausbetonieren des Schwindrohres .

Damit das Schwindrohr bei der Betonage seitlich nicht ausweichen kann, muss es an speziell dafür vorgesehenen sog. „Rißführungslippen“ mit Hilfe aufgeklemmter Fugenbandklammern mit nach außen und innen aus der Schalung (oder Elementwandschale) geführtem  Rödeldraht verspannt werden. Einzig die sichere Lage des Schwindrohres führt zu dem Riß an der vorprogrammierten Stelle. Eine Beschädigung oder Quetschung der Sperranker durch

 z-B. zu eng anliegende Bewehrung ist zu vermeiden.

Bei Wandbetonage ist beidseitig des Schwindrohres  gleichmäßig hoch zu betonieren um einem nachträglichen „Ausweichen“ des Schwindrohres entgegen zu wirken. Es muß eine entsprechend feine Körnung verwendet werden.

Der Verwendbarkeitsnachweis für das Schwindrohr ergibt sich  aus dem  sog. „Allgmeinen Bauaufsichtlichen Prüfzeugnis“ .  Damit darf es  auf Grundlage der D AfSTb.-Richtlinie für „Wasserundurchlässige Bauwerke aus Beton“ (WU-Richtlinie) bis zum einem Wasserdruck von 2 bar (20 m Wassersäule) eingesetzt werden

Bei weiteren Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Alle Angaben sind ohne Gewähr.

Schwindrohre finden Sie auch in HIER.