Aufwendig sanierter Hallenboden.

 

Schadensquellen in Hallen- und Industrieböden.

Jörg Falke, Niederlassungsleiter der DYWIDAG-Systems International GmbH, Geschäftsbereich  contec® Abdichtungssysteme + recostal® Schalungssysteme erzählt im Interview, warum man aus Fehlern klug wird und wie die Schadenserfahrungen beim Neubau der Produktionshalle der eigenen Niederlassung in die Entwicklung eines neuen Produktes eingeflossen sind.

Zur Person:
Jörg Falke: Jahrgang 1971
Leiter der Niederlassung : Seit 2011, zuvor Technischer Leiter im selben Unternehmen
Beruflicher Hintergrund : Dipl.-Ing. Bauingenieur Fachrichtung „Konstruktiver Ingenieurbau“

 


MATEC: Herr Falke als die contec sich vor 7 Jahren mit dem Thema Hallenböden beschäftigte, war der Auslöser ein Schadensfall in der eigenen Fertigungshalle?

Falke: Das ist richtig. Der Betonboden unserer Fertigung war mit nachträglich, geschnittenen Fugen erstellt worden. Einige Zeit ging das gut, aber dann versagten die Fugen, es kam zu massiven Schäden und wir mussten aufwendig sanieren.

MATEC: Wozu sind solche Fugen überhaupt notwendig?

Falke: Durch diese Fugen will man „wilde“ unplanmäßige Risse innerhalb der Betonflächen vermeiden. Diese Fugen sind quasi  planmäßig, gewollte Risse. Sie geben somit den häufig großflächigen Betonböden die Möglichkeit zur „Entspannung“.  D.H. durch diese Fugen werden Spannungen innerhalb der Betonkonstruktion, welche aufgrund des Schwindprozesses, aufgrund von unterschiedlichen Temperaturen  entstehen, abgebaut.

MATEC: Da scheint das Einschneiden der Platte doch ein einfaches und günstiges Verfahren?

Falke: Darum ist das Verfahren auch so verbreitet.  Ein günstiges Verfahren ist es jedoch häufig nur auf dem ersten Blick. Wie zuvor geschildert haben wir ja, quasi am eigenen “Leibe“ erfahren, dass die Sanierungskosten die Herstellungskosten im Schadensfall erheblich übersteigen, wobei Störungen der Produktionsabläufe noch nicht einmal berücksichtigt sind.

Das Ziel ist, natürlich aus Gründen der  Wirtschaftlichkeit und des Bauablaufs möglichst große Felder  in einem Zuge zu betonieren.  Somit betoniert man zunächst große Flächen und schneidet dann später die zwingend erforderlichen Fugen ein. Diese Vorgehensweise ist jedoch nicht ohne Risiko und Schäden sind  häufig leider vorprogrammiert.

Der Grundgedanke der Wirtschaftlichkeit, die Berücksichtigung des Bauablaufes und die damit einhergehende Forderung große Betonflächen in einem Arbeitsgang zu betonieren, ist selbstverständlich auch in die Entwicklung unserer recostal® keyboard-Fugenprofile eingeflossen. Wobei wir uns darüber hinaus die Aufgabe gestellt haben, gleichzeitig dauerhaft sichere, tragfähige kurzum „funktionierende“  Fugen zu erstellen.

 

Matec: Bevor wir zum Keyboard-Profil  kommen, erklären Sie uns bitte das Problem der Fugenschnitte.

Falke: Mit dem nachträglichen Fugenschnitt wird der Betonquerschnitt im oberen Drittel geschwächt.

Unterhalb dieses Schnittes stellt sich dann ein Riss ein, welcher durch den gesamten Bodenplattenquerschnitt läuft. Wenn sich dieser Riss nicht zu weit öffnet, entsteht eine Rissverzahnung und Kräfte können durchaus noch über diesen Riss übertragen werden. Das Problem entsteht dann, wenn sich der Riss aufgrund der Schwindverkürzung der Betonplatte zu stark öffnet. In diesem Fall ist keine Kraftübertragung über die Fuge mehr möglich, es kommt zu Plattenversätzen und das Überfahren der Fuge wird zum großen Problem.

MATEC: Aber die Hallen- und Industrieböden sind doch hoch belastbar ?

Falke: Die Fläche in der Regel  ja, aber die Fugenflanken sind der eindeutige Schwachpunkt. Beim Überfahren/Überrollen der Fugen, donnert die häufig harte Bereifung von Staplern, Hubwagen oder anderen Flurförderfahrzeugen unzählige Male gegen die ungeschützten Fugenflanken.   Irgendwann gibt die Betonkante diesen Beanspruchungen nach und bricht. Wir müssen dabei berücksichtigen, dass die Reifen der Flurförderfahrzeuge eine sehr hohe Belastung auf einer vergleichsweise sehr geringen Aufstandsfläche bewirken.

MATEC: Ich stelle mir das auch nicht förderlich für den Stapler vor.

Falke: …nicht für den Stapler, nicht für die transportierte Ware und erst Recht nicht für den Staplerfahrer.

Matec: Aus Schaden wird man klug. Als Ihr Hallenboden saniert werden musste, ist das wohl ein wunder Punkt gewesen?

Falke: Wir hatten den Schaden ja nicht zu verantworten. Aber natürlich hat uns dieser Schaden sensibilisiert und in uns den Ehrgeiz geweckt, eine technisch bessere Lösung zu entwickeln, was uns mit dem recostal® keyboard ja auch gelungen ist. Ich kann jedoch auch von Schadensfällen berichten, bei denen 20 m beschädigte Fuge, zu Sanierungskosten im 6stelligen  €-Bereich geführt haben. Dabei schlagen häufig nicht die eigentlichen Sanierungskosten stark zu Buche, viel erheblicher sind  die Kosten aus Stillstandszeiten der Produktion, Sperrungen von Verkehrswegen, Umlagerung von Waren, Erstellung von Staubwänden usw.. Das ist dann ein wirklicher Horror für alle Beteiligten.

MATEC: Mit dem recostal® keyboard meinen Sie die Fugen-Lösung für Fugen in Hallen- und Industrieböden?

Falke: Genau. Wir haben uns nach der Sanierung hingesetzt und die neue „Fugenlösung“ erarbeitet. Wir konnten da auf unsere langjährige Erfahrung aus dem Bereich der hochtragfähigen Arbeitsfugen zurückgreifen und diese mit ganz neuen Ideen für den Hallenbodenbau kombinieren.

MATEC: Die „Traumfuge“ für Hallenböden?

Falke: Selbstverständlich haben wir uns  bei der Entwicklung bemüht alle Bereich zu erfassen. Das beginnt mit den Planungsunterlagen, durch umfangreiche Belastungstests können wird dem Planer  statische Belastungstabellen zur Verfügung stellen, aus denen er sehr schnell die entsprechend erforderliche Ausführungsvariante entnehmen kann. Das geht natürlich weiter mit einem schnellen und präzisen Einbau. Dies wird durch den zugehörigen Standfuß gewährleistet. Unser recostal® keyboard –System ist selbsttragend, es sind keine Abstützungen vor Ort erforderlich, somit können Großbetonagen absolut behinderungsfrei erfolgen. Zu guter Letzt ermöglicht die hohe Stabilität unseres recostal® keyboard –Profils ein einwandfreies Flügelglätten oder Abziehen der Bodenplatte.

MATEC: Hört sich fast wie die „eierlegende Wollmichsau“ an.

Falke: Ja gut, wir haben uns schon auf die Fahne geschrieben, dieses Produkt immer  weiter zu entwickeln. Im Laufe der Jahre sind somit verschiedenste Ausführungsvarianten entstanden: Ob Kantenschutzausführungen aus Flachstahl oder Winkelstahl, ob aus Edelstahl oder feuerverzinkt,

 mit integrierter Verdollung oder Dämmstoffeinlage und ggf. entschalbarer Fugenleiste. Wir orientieren uns hier immer an den Erfordernissen des konkreten Bauprojektes und sind immer bereit entsprechende Anpassungen vorzunehmen.

 

MATEC: Wie wird das Produkt Keyboard vom Markt angenommen?

Falke: Wenn wir das nur von der Umsatzseite betrachten, können wir sagen, dass wir stetig steigende Umsätze zu verzeichnen haben. Aber natürlich hat der zuvor geschilderte Punkt unserer hohen Flexibilität und der Anspruch dem Kunden maßgeschneiderte Lösungen zu liefern, den Einsatz unserer  recostal® keyboard –Profile am Markt sehr positiv beeinflusst.

 

Matec : Danke für das Gespräch.

 

Die Matec GmbH ist DSI-Contec Stützpunkthändler und berät Sie gerne bei der Auswahl eines geeigneten Trennfugenprofils. Gerne unterstützen wir Sie mit kompetenter Beratung und Bemusterung.

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